Kinder und Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten ist manchmal gar nicht so einfach. Als Eltern, Lehrer oder Erzieher wissen wir, dass auf diesem Weg bestimmte Schwierigkeiten, gelegentliche Krisen oder auch schwierige Phasen dazugehören. Denn in keiner Lebensphase verändert sich der Mensch so stark wie in Kindheit und Jugend – sowohl körperlich als auch seelisch.

„Lass mich los, ohne mich fallen zu lassen!“ hat ein Teenager einmal seine Gefühle ausgedrückt. Zwischen dem Festhalten der Fäden in Ihrer Hand und dem Loslassen das richtige Maß zu finden, kann für Eltern zu einer Gratwanderung werden.

Jedes Mädchen und jeder Junge sucht den eigenen passenden Weg. Diese Suche geht nicht ohne Umwege und Irrwege. Keine Entwicklung ist einfach geradlinig. Hindernisse helfen beim Erwachsenwerden.

Gibt jedoch das Verhalten und Erleben Ihres Kindes oder Jugendlichen über längere Zeit Anlass zur Sorge, kann dies ein Zeichen für eine psychische Belastung oder Störung sein, die behandelt werden sollte. Wenn es nicht mehr gelingt, allein oder mit Hilfe aus dem Umfeld mit den Entwicklungsaufgaben der Kindheit und Jugend zurecht zu kommen, können Schwierigkeiten entstehen und eine gesunde Entwicklung stören. Ich kann Sie darin unterstützen, entwicklungsbedingte Krisen oder Eigenheiten von (beginnenden) psychischen Störungen zu unterscheiden.

Gründe für eine psychotherapeutische Behandlung Ihres Kindes können sein, wenn…

  • Ihr Kind häufig in bestimmten oder vielen verschiedenen Situationen große Angst hat, sich vieles nicht zutraut oder sich am liebsten vor anderen verstecken würde (z.B. Prüfungsangst, Angst vor Menschenmengen, Angst vor der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Trennungsangst, soziale Ängste).
  • Ihre Tochter/ Ihr Sohn oft traurig ist, ständig an sich selbst zweifelt, ihr/ihm das Leben nicht mehr so richtig Spaß zu machen scheint und ihr/ihm alles irgendwie sinnlos vorkommt.
  • Ihre Tochter/ Ihr Sohn sich in irgendeiner Weise selbstverletzt. Vielleicht schneidet sie/er sich die Arme oder Beine auf (Ritzen), schlägt mit dem Kopf gegen die Wand oder fügt sich selbst in anderer Weise Schaden zu.
  • Ihr Kind häufig Kopf– oder Bauchschmerzen hat, ohne dass die Ärztin/der Arzt eine körperliche Ursache dafür findet.
  • Ihr Kind unter schulischen und/oder familiären Problemen leidet (z.B. Mobbing, Leistungsdruck, Trennung der Eltern, Tod eines geliebten Menschen).
  • Ihr Kind außer zuhause nicht oder kaum mit jemandem spricht.
  • Ihre Tochter/ Ihr Sohn häufig Wut im Bauch hat und nicht so richtig weiß, wohin damit. Oder Ihr Kind rastet häufig aus und findet keinen gesunden Weg aus der plötzlichen Wut herauszukommen. Aggressionen und Gereiztheit halten über einen längeren Zeitraum an.
  • Ihre Tochter/ Ihr Sohn kaum noch etwas isst oder regelrechte Essanfälle hat. Ständig macht sich Ihr Kind Gedanken über sein Gewicht oder hat große Angst davor zuzunehmen.
  • Ihr Kind schwierige Erfahrungen oder eine extreme Bedrohung erlebt hat oder es ist schlecht behandelt worden. Irgendwie wirkt Ihr Kind seitdem wie abwesend oder verträumt oder manchmal auch ganz plötzlich aggressiv. Vielleicht hat Ihre Tochter/ Ihr Sohn auch Tag- oder Alpträume oder kann nicht mehr gut schlafen.
  • Ihre Tochter/ Ihr Sohn leidet unter immer wiederkehrenden „unsinnigen“ Gedanken und versucht erfolglos dagegen anzukämpfen. Oft musst Ihre Tochter/ Ihr Sohn immer wieder dieselben Dinge tun, um die quälenden Gedanken kurz loszuwerden (z.B. Waschzwänge, Wiederholungszwänge, Kontaminationszwänge, Ordnungszwänge, etc).
  • Ihre Tochter/ Ihr Sohn sich viel mit anderen streitet, lügt, zündelt, Gegenstände stiehlt oder auch häufige Kontakte mit der Polizei hat.

 

Der erste Schritt in der Behandlung ist immer das Erstgespräch. Es folgen eine ausführliche Diagnostik und die Erstellung eines individuellen Therapieplanes sowie das Einleiten entsprechender therapeutischer Maßnahmen. Die therapeutische Vorgehensweise orientiert sich hierbei an dem Alter und den Fähigkeiten des Kindes bzw. des Jugendlichen.

Sie als Eltern werden regelmäßig in die Therapie mit einbezogen. Die Elterngespräche dienen dazu, Ihnen als Eltern in der häufig auch für Sie schwierigen und herausfordernden Situation Hilfestellung zu geben. Die Elternarbeit zielt darauf ab, die psychische Problematik Ihres Kindes genau zu verstehen, so leichter Verständnis entwickeln und Ihr Kind optimal unterstützen zu können.

Im Jugendalter spielt die Eigenverantwortung des Jugendlichen eine größere Rolle. Bezugspersonenarbeit findet hier in Absprache mit dem Jugendlichen statt.